Die Zukunft ist süß (und kohlenhydratarm): Neue Süßungsmittel, die den Markt revolutionieren könnten
Low-Carb-Süßungsmittel: Was heute wirklich verwendbar ist und was noch evaluiert wird
In den letzten Jahren ist das Interesse an kalorienarmen, zuckerfreien oder glykämisch reduzierten Süßungsmitteln erheblich gestiegen.
Dies ist ein verständlicher Trend: Wer sich low-carb oder ketogen ernährt, sucht oft nach Zuckeralternativen, die es ermöglichen, Kohlenhydrate zu reduzieren, ohne ganz auf den süßen Geschmack zu verzichten.
Aber es gibt einen wichtigen Punkt, der oft übersehen wird.
In der Welt der Süßungsmittel genügt es nicht, sich zu fragen, ob ein Inhaltsstoff „natürlich“, „innovativ“ oder „vielversprechend“ ist. Man muss sich auch fragen:
- Ist er in der Europäischen Union zugelassen?
- Ist er für den vorgesehenen Lebensmittelgebrauch geeignet?
- Funktioniert er wirklich beim Backen?
- Hat er einen angenehmen Geschmack?
- Hat er unerwünschte Wirkungen bei hohem Konsum?
- Ist er mit einem hochwertigen Low-Carb-Produkt kompatibel?
Denn bei Low-Carb geht es nicht nur darum, Kohlenhydrate wegzulassen. Es kommt auch darauf an, was man stattdessen hineingibt.
In diesem Artikel werden wir einige Süßungsmittel der neuen Generation sowie einige bereits auf dem europäischen Markt befindliche Süßungsmittel betrachten und dabei zwischen dem unterscheiden, was bereits konkret nutzbar ist, und dem, was sich noch in der Evaluierungsphase befindet.
Eine notwendige Vorbemerkung: USA und Europa sind nicht dasselbe
Wenn es um neue Süßungsmittel geht, zitieren viele Artikel den amerikanischen Markt. Das ist normal: Oft sind die Vereinigten Staaten Vorreiter bei der kommerziellen Einführung neuer Inhaltsstoffe.
Für Hersteller oder Verkäufer von Lebensmitteln in Deutschland und der Europäischen Union ist jedoch ein anderer Punkt entscheidend: Der Inhaltsstoff muss gemäß den europäischen Vorschriften zugelassen sein.
Ein Süßungsmittel kann in den Vereinigten Staaten als verwendbar gelten, in Europa jedoch noch nicht. Oder es kann nur in bestimmten Formen, Konzentrationen oder Produktkategorien zugelassen sein.
Aus diesem Grund ist es wichtig, immer zu unterscheiden zwischen:
- FDA-Bewertung in den Vereinigten Staaten;
- EFSA-Zulassung und EU-Verordnung;
- tatsächliche kommerzielle Verfügbarkeit;
- zugelassene Verwendung in einem spezifischen Lebensmittel.
Diese Unterscheidung ist von grundlegender Bedeutung, um Verwirrung zu vermeiden.
Allulose: sehr interessant, aber in Europa noch nicht zugelassen
Allulose, auch bekannt als D-Psicose, ist einer der meistdiskutierten Inhaltsstoffe in der Welt der Low-Carb-Süßungsmittel.
Chemisch gesehen ist es ein seltenes Monosaccharid, das natürlicherweise in geringen Mengen in einigen Lebensmitteln vorkommt. Es hat einen dem Zucker sehr ähnlichen Geschmack und einen im Vergleich zu Saccharose stark reduzierten Kaloriengehalt.
In den Vereinigten Staaten hat es große Aufmerksamkeit erregt, da es in verschiedenen Süßwaren verwendet werden kann und eine spezielle Kennzeichnung genießt. Dies hat es für Unternehmen sehr interessant gemacht, die Zucker und Kalorien reduzieren möchten, ohne auf ein ähnliches sensorisches Ergebnis wie Zucker zu verzichten.
Warum es die Low-Carb-Welt interessiert
Allulose hat mehrere interessante Aspekte:
- Es hat einen Geschmack, der dem Zucker näher kommt als viele intensive Süßungsmittel;
- Es hat nicht den klassischen metallischen oder bitteren Nachgeschmack einiger Alternativen;
- Es kann zur Bräunung und Struktur einiger Produkte beitragen;
- Es hat einen sehr niedrigen Kaloriengehalt;
- Es verhält sich nicht wie ein normaler metabolisierbarer Zucker.
Aus diesen Gründen wird es oft als eines der vielversprechendsten Süßungsmittel für Low-Carb- und Keto-Produkte genannt.
Der kritische Punkt: die europäische Situation
In Europa ist Allulose derzeit jedoch nicht als neuartiges Lebensmittel zugelassen.
Im Jahr 2025 hat die EFSA D-Allulose als neuartiges Lebensmittel bewertet, kam jedoch zu dem Schluss, dass die Sicherheit auf der Grundlage der verfügbaren Daten nicht festgestellt werden kann.
Dies bedeutet nicht automatisch, dass Allulose gefährlich ist. Es bedeutet jedoch, dass derzeit nicht genügend Daten für eine positive Bewertung durch die europäische Behörde vorliegen.
Für einen deutschen Verbraucher oder eine Lebensmittelmarke, die in der Europäischen Union tätig ist, ist dies der zentrale Punkt: Allulose ist ein interessanter Inhaltsstoff, den man beobachten sollte, aber er sollte nicht als bereits verfügbare und frei verwendbare Lösung in europäischen Lebensmitteln dargestellt werden.
Funktioniert es wirklich beim Backen?
Ein weiterer Punkt, der geklärt werden muss, betrifft die Fermentation.
Manchmal wird Allulose als alternativer Zucker beschrieben, der auch für Hefegebäck geeignet ist. Aber man muss vorsichtig sein: Allulose verhält sich nicht wie Saccharose, Glukose oder andere von Backhefe fermentierbare Zucker.
In einem Backprodukt reicht es also nicht aus, Zucker durch Allulose zu ersetzen und das gleiche Teigverhalten zu erwarten.
Für diejenigen, die mit Low-Carb-Backwaren arbeiten, ist dieses Detail wichtig: Ein Süßungsmittel kann einen guten Geschmack haben, aber nicht unbedingt Struktur, Fermentation, Volumen oder Bräunung auf die gleiche Weise wie traditioneller Zucker verleihen.
Mönchsfrucht: Natürlich bedeutet nicht automatisch zugelassen
Die Mönchsfrucht, oder Luo Han Guo, stammt von der Pflanze Siraitia grosvenorii, die ursprünglich aus Asien stammt. Die Süße ist hauptsächlich auf Mogroside zurückzuführen, Verbindungen mit einer deutlich höheren Süßkraft als Zucker.
In den Vereinigten Staaten ist die Mönchsfrucht bereits in vielen Produkten enthalten, oft gemischt mit Erythrit oder anderen Füllstoffen. Sie wird geschätzt, weil sie einen vernachlässigbaren Kaloriengehalt hat und den glykämischen Last nicht wie Zucker beeinflusst.
Warum es Low Carb interessiert
Die Mönchsfrucht ist interessant, weil:
- sie eine sehr hohe Süßkraft hat;
- sie in sehr geringen Mengen verwendet werden kann;
- sie kein traditioneller Zucker ist;
- sie in Mischungen mit anderen Süßungsmitteln nützlich sein kann;
- sie ein als „natürlicher“ wahrgenommenes Image hat als einige synthetische Süßungsmittel.
Allerdings ist auch hier die entscheidende Frage die Gesetzgebung.
Die Situation in Europa ist komplexer, als es scheint
In Europa muss man zwischen verschiedenen Formen der Mönchsfrucht unterscheiden.
Einige nicht-selektive Präparate können eine andere Einstufung haben als gereinigte und konzentrierte Extrakte. Dies bedeutet jedoch nicht, dass hochkonzentrierte Mogrosid-Extrakte automatisch als Lebensmittelsüßungsmittel zugelassen sind.
Gereinigte Extrakte, d. h. solche, die als intensive Süßungsmittel verwendet werden, fallen unter einen spezifischen Regulierungsrahmen und sind noch Gegenstand der Bewertung.
Der Satz „Mönchsfrucht ist natürlich“ reicht also nicht aus.
Für ein in Deutschland verkauftes Lebensmittel muss man genau wissen:
- welche Art von Zutat verwendet wird;
- welche Konzentration von Mogrosiden sie enthält;
- ob es sich um einen Aufguss, einen Extrakt oder eine gereinigte Zutat handelt;
- welche Lebensmittelverwendung zugelassen ist;
- in welche Produktkategorie es eingeordnet wird.
Für eine seriöse Marke ist dies ein obligatorischer Schritt.
Brazzein: Süße Proteine sind faszinierend, aber noch weit vom europäischen Alltagsgebrauch entfernt
Brazzein ist ein süß schmeckendes Protein, das ursprünglich in der Frucht der afrikanischen Pflanze Pentadiplandra brazzeana identifiziert wurde.
Es ist sehr interessant, weil es zur Kategorie der sogenannten „süßen Proteine“ gehört: Inhaltsstoffe, die keine Zucker sind, aber die Wahrnehmung von Süße aktivieren können.
Seine Süßkraft ist sehr hoch, so dass extrem geringe Mengen benötigt werden.
Warum es interessant ist
Brazzein hat einige Eigenschaften, die es faszinierend machen:
- Es süßt in sehr geringen Dosen;
- Es ist kein Kohlenhydrat;
- Es hat ein potenziell sauberes sensorisches Profil;
- Es kann durch biotechnologische Verfahren hergestellt werden;
- Es könnte Anwendungen in Getränken, Süßigkeiten und funktionellen Lebensmitteln finden.
In den Vereinigten Staaten gibt es bereits positive Bewertungen für spezifische Brazzein-Präparate, die von spezialisierten Unternehmen hergestellt werden.
Aber Vorsicht: Dies bedeutet nicht, dass jedes Brazzein automatisch in jedem Lebensmittel oder in jedem Land verwendet werden kann.
Die praktische Grenze
Brazzein bleibt ein sehr technischer Inhaltsstoff, der noch weit vom alltäglichen Gebrauch in der europäischen handwerklichen Produktion entfernt ist.
Für den Low-Carb-Verbraucher ist es ein interessanter Name, den man kennen sollte, aber heute ist es keine konkrete und sofort verfügbare Lösung, wie es Erythrit, Stevia oder andere bereits zugelassene Mischungen sein können.
Es ist eine Technologie, die man beobachten sollte, kein Inhaltsstoff, der bereits als normal im Low-Carb-Vorratsregal betrachtet werden sollte.
5-KDF oder „Keto-Fruktose“: technologisches Versprechen, aber noch wenig auf dem Markt präsent
Ein weiterer aufkommender Inhaltsstoff ist das sogenannte 5-KDF, oft auch als „Keto-Fruktose“ bezeichnet.
Dabei handelt es sich um ein Süßungsmittel, das durch biotechnologische Verfahren entwickelt und als kalorienreduzierte Alternative mit einem dem Zucker näheren Geschmack als einige intensive Süßungsmittel angeboten wird.
Warum darüber gesprochen wird
Das Interesse beruht auf einigen potenziell nützlichen Eigenschaften:
- Runderes süßes Profil;
- Reduzierter Kaloriengehalt;
- Gute Verträglichkeit mit verschiedenen Lebensmittelanwendungen;
- Mögliche Verwendung in Getränken, Desserts und funktionellen Produkten;
- Produktionsansatz basierend auf Fermentation und technologischer Innovation.
Wir befinden uns jedoch noch in einer ganz anderen Phase als die Süßungsmittel, die bereits auf dem europäischen Markt erhältlich sind.
Was das für den Verbraucher bedeutet
Für den deutschen Verbraucher ist 5-KDF heute vor allem ein Inhaltsstoff, den es zu beobachten gilt.
Es könnte in Zukunft interessant werden, ist aber noch kein gängiges Süßungsmittel in den in Europa erhältlichen Low-Carb-Lebensmitteln.
Auch in diesem Fall geht es also nicht nur darum, „wie viel es verspricht“, sondern auch darum, ob und wann es zugelassen, verfügbar, wirtschaftlich nachhaltig und in Lebensmitteln wirklich nützlich sein wird.
Die bereits vorhandenen Süßungsmittel: konkreter, aber nicht alle gleich
Neben den neuen Süßungsmitteln gibt es bereits seit Jahren auf dem europäischen Markt etablierte Süßungsmittel.
Hier ändert sich die Diskussion: Wir sprechen nicht mehr über zukünftige Inhaltsstoffe, sondern über zugelassene, bewertete und regulierte Inhaltsstoffe.
Das bedeutet nicht, dass sie alle identisch sind oder dass sie kritiklos verwendet werden sollten.
Erythrit: nützlich, aber Vorsicht bei den Mengen
Erythrit ist ein Polyol, das in zuckerfreien und Low-Carb-Produkten weit verbreitet ist.
Es hat einen sehr niedrigen Kaloriengehalt, einen recht neutralen Geschmack und einen im Vergleich zu Zucker reduzierten glykämischen Index. Aus diesem Grund ist es zu einem der am häufigsten verwendeten Süßungsmittel in Low-Carb- und Keto-Rezepten geworden.
Seine Hauptbegrenzung ist technologischer und verdauungstechnischer Natur.
Einerseits kann es ein frisches Gefühl im Mund verursachen, was nicht immer wünschenswert ist. Andererseits kann es bei hohem Konsum Magen-Darm-Beschwerden verursachen, insbesondere bei empfindlichen Personen.
Die EFSA hat Erythrit neu bewertet und eine annehmbare tägliche Dosis festgelegt, um auch vor den abführenden Wirkungen zu schützen.
Die korrekte Botschaft lautet daher nicht: „Erythrit ja oder Erythrit nein“.
Die korrekte Botschaft lautet: Erythrit ist ein nützliches, zugelassenes und sehr interessantes Süßungsmittel, muss aber ausgewogen formuliert werden.
Stevia: intensiv, pflanzlich, aber gut auszubalancieren
Steviolglycoside, gemeinhin mit Stevia assoziiert, sind in der Europäischen Union zugelassene intensive Süßungsmittel.
Sie haben eine deutlich höhere Süßkraft als Zucker und liefern in den verwendeten Dosen keine signifikanten Kohlenhydrate.
Ihre Hauptbegrenzung ist sensorischer Natur: Abhängig von der Qualität des Extrakts, der Zusammensetzung und der Dosierung können sie bittere, krautige oder anhaltende Nachgeschmäcker hinterlassen.
Aus diesem Grund funktioniert Stevia oft besser in Mischungen mit anderen Süßungsmitteln oder Füllstoffen.
In einer guten Low-Carb-Formulierung kann Stevia sehr nützlich sein, aber es reicht selten allein aus, um ein Ergebnis zu erzielen, das dem traditionellen Zucker ähnelt.
Sucralose: zugelassen, aber Vorsicht bei hohen Temperaturen
Sucralose ist ein intensives Süßungsmittel, das in Lebensmitteln und Getränken weit verbreitet ist.
Es ist in der Europäischen Union zugelassen und die EFSA hat seine Neubewertung abgeschlossen. Die zulässige tägliche Dosis wurde bestätigt.
Die heikelste Frage betrifft jedoch einige Anwendungen bei hohen Temperaturen. Die EFSA hat Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Verwendung von Sucralose in spezifischen Backanwendungen oder unter Bedingungen längerer Erhitzung festgestellt.
Dies bedeutet nicht, dass Sucralose generell „zu vermeiden“ ist. Es bedeutet, dass bei Backwaren die Wahl des Süßungsmittels nicht nur den Geschmack, sondern auch die technologische Stabilität und die tatsächlichen Verwendungsbedingungen berücksichtigen muss.
Acesulfam K, Saccharin und Neotam: Intensive Süßungsmittel mit Bedacht verwenden
Acesulfam K, Saccharin und Neotam sind von den europäischen Behörden zugelassene und neu bewertete intensive Süßungsmittel.
Sie haben eine hohe Süßkraft und werden in sehr geringen Mengen verwendet. Genau deshalb verhalten sie sich nicht wie Zucker: Sie verleihen keine Masse, keine Struktur und erfüllen nicht die gleichen technologischen Funktionen wie Saccharose.
Sie können jedoch in einigen Formulierungen nützlich sein, insbesondere wenn das Ziel darin besteht, Süße zu erzielen, ohne Zucker und Kohlenhydrate signifikant zu erhöhen.
In der Low-Carb-Welt ist die Frage also nicht einfach, ob ein Süßungsmittel „natürlich“ oder „künstlich“ ist. Die korrektere Frage lautet:
- Ist es zugelassen?
- Wird es in angemessenen Dosen verwendet?
- Passt es zum Produkttyp?
- Verbessert es wirklich das Endergebnis?
- Ermöglicht es, den Kohlenhydratgehalt niedrig zu halten, ohne den Geschmack zu sehr zu beeinträchtigen?
In einigen Süßprodukten kann es sinnvoll sein, intensive Süßungsmittel in Mischungen zu verwenden, eben weil minimale Mengen ausreichen und sie dazu beitragen können, ein ausgewogeneres süßes Profil zu erzielen.
In anderen Fällen kann es vorzuziehen sein, mit anderen Lösungen zu arbeiten, wie Erythrit, Ballaststoffen oder Mischungen, die nicht nur zur Süße, sondern auch zur Konsistenz und zum Mundgefühl beitragen.
Die Wahl sollte nicht ideologisch sein. Sie sollte formularisch sein.
Ein gutes Low-Carb-Produkt entsteht nicht durch die automatische Ablehnung eines Inhaltsstoffs, sondern durch die Fähigkeit, ihn mit Bedacht, in der richtigen Dosis und im richtigen Kontext zu verwenden.
Die Vorschriften sagen, was verwendet werden darf. Die Formulierung entscheidet, wie es verwendet wird. Die Positionierung entscheidet, wie es transparent kommuniziert wird.
Die wahre Frage: Welches Süßungsmittel wird wirklich benötigt?
Bei der Auswahl eines Low-Carb-Süßungsmittels sollte ein häufiger Fehler vermieden werden: die Suche nach „dem besten“ überhaupt.
Es gibt kein perfektes Süßungsmittel für alles.
Ein Süßungsmittel kann in einem Getränk gut funktionieren und in einem Keks schlecht. Es kann in einer kalten Creme geeignet sein und für ein Hefegebäck ungeeignet. Es kann ein gutes glykämisches Profil haben, aber einen schwer zu handhabenden Nachgeschmack. Oder es kann sensorisch hervorragend sein, aber in Europa noch nicht zugelassen.
Die Wahl hängt von vielen Faktoren ab:
- gewünschter Geschmack;
- Produkttyp;
- Verarbeitungstemperatur;
- Vorhandensein von Ballaststoffen, Proteinen oder Fetten;
- Endkonsistenz;
- verwendete Dosis;
- anwendbare Vorschriften;
- Verdauungstoleranz;
- Kohärenz mit der Markenpositionierung.
Natürlich bedeutet nicht automatisch besser
Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft das Wort „natürlich“.
Viele Verbraucher suchen nach natürlichen Süßungsmitteln, weil sie diese als sicherer oder gesünder empfinden. Aber diese Assoziation ist nicht immer korrekt.
Ein natürlicher Inhaltsstoff ist möglicherweise in einer bestimmten Form nicht zugelassen. Er kann einen starken Nachgeschmack haben. Er kann schwierig zu dosieren sein. Er kann beim Backen nicht funktionieren. Er kann sehr komplexe Extraktions- und Reinigungsverfahren erfordern.
Gleichzeitig kann ein aus kommunikativer Sicht weniger „romantisches“ Süßungsmittel besser erforscht, stabiler und vorhersehbarer sein.
Die Qualität eines Low-Carb-Produkts hängt nicht von einem Wort auf dem Etikett ab. Sie hängt vom Gesamtgleichgewicht der Formulierung ab.
Was bedeutet das alles für diejenigen, die sich Low-Carb ernähren?
Für diejenigen, die Zucker und Kohlenhydrate reduzieren möchten, können Süßungsmittel nützliche Werkzeuge sein.
Aber sie sollten keine mentale Abkürzung werden.
Ein gut gemachtes Low-Carb-Produkt sollte sich nicht darauf beschränken, Zucker durch einen anderen süßen Inhaltsstoff zu ersetzen. Es sollte als Ganzes gedacht werden: Geschmack, Konsistenz, Sättigung, Inhaltsstoffe, Nährwerte und Essensfreude.
Dies gilt für Süßspeisen, aber auch für Brot, Pizza, Pasta, Fladenbrot und Backwaren.
Kohlenhydrate zu reduzieren ist nur ein Teil der Arbeit. Der andere Teil ist, ein Lebensmittel zu entwickeln, das funktioniert.
Fazit: Innovation ja, aber mit Bedacht
Die Welt der Low-Carb-Süßungsmittel entwickelt sich rasant.
Allulose, Mönchsfrucht, Brazzein und 5-KDF sind interessante Inhaltsstoffe, die es zu beobachten gilt. Einige werden bereits auf anderen Märkten verwendet, andere befinden sich noch in der Evaluierungsphase, wieder andere könnten in den kommenden Jahren eine Rolle spielen.
Für alle, die in Deutschland Lebensmittel kaufen oder herstellen, bleibt der Punkt jedoch sehr konkret: Nicht alles, was vielversprechend ist, ist bereits zugelassen. Nicht alles, was natürlich ist, ist automatisch geeignet. Nicht alles, was gut süßt, funktioniert auch beim Backen oder in einer handwerklichen Formulierung.
Deshalb ist die beste Wahl, Süßungsmittel mit Neugier, aber auch mit Vorsicht zu betrachten.
Bei Low-Carb muss man nicht jeder Neuheit hinterherjagen. Man muss sinnvolle, kohärente und gut formulierte Inhaltsstoffe wählen.
Das ist der Unterschied zwischen einem Produkt, das lediglich „zuckerfrei“ ist, und einem wirklich gut durchdachten Low-Carb-Produkt.